new filmkritik


Donnerstag, November 08, 2001
Stelle mir vor ein Märchen mit einem Mädchen, das nix kann und nichts weiss und nichtmal besonders schön ist und nach oben kommt, weil sie das irgendwann aus neugier und abenteuerlust und langeweile einfach so beschlossen hat. So wie ne Wette mit sich selbst. Alle sagen: aus dir wird nix, wollen wir doch mal sehen! Und dann geht’s los, auch mit sex und sich verkaufen und mit allen fiesen Schwindeln die dazugehören. Hochgeschwindigkeitspop. Das würde in Wirklichkeit ja auch funktionieren. Erstaunlicherweise wird das Mädchen bei diesen ganzem aber immer klüger und geschickter und schöner und reicher.
Affirmativ bis man es kaum noch aushalten kann, schöner, bösartiger aber wahrer Kitsch.
Denn in Wirklichkeit ist es ja genau so. Die Blöden und Bösen, wenn sie nur die Augen offen halten: lernen, hören mit der Zeit auf böse zu sein und werden gut und klug.
Das Falsche ist eigentlich, wie uns diese Geschichte sonst immer erzählt wird, moralisch, mit hochgezogenen Augenbrauen. Verbrechen zahlt sich nicht aus. Genau das stimmt aber nicht, ist die Lüge. Das hätten die Herrschaften gerne, dass wir das glauben. Stimmt nur für blöde und gierige Verbrecher.
Die Geschichte könnte gleichzeitig zeigen wie einfach und schlicht dieser gesellschaftliche Aufstieg ist, vielleicht kann das ganze wie ein Zwillingsexperiment funktionieren. Neben dem Glamourgirl beschliesst die Schwester Spiesserin zu werden wie jemand anders Steuerberater. Das ist aber nicht unbedingt einfacher, weil die Spiesser werden langsam wirklich exoten. Und sind ja irgendwie auch gefährlicher, wie der 11.9. gezeigt hat. Sie könnten Schläfer sein. Aber beide Mädchen sind klug.