new filmkritik


Freitag, März 30, 2007
nochmal Depardon

Noch bis Sonntag in Berlin zu sehen im Museum für Fotografie in der Jebensstrasse neben dem Bahnhof Zoo:
Raymond Depardon: VILLES / CITIES / STÄDTE. Film und Fotografie

Die Ausstellung besteht aus einer Videoinstallation mit 12 auf grossen Screens projizierten jeweils etwa 5 Minuten langen Filmschleifen. Ein Meditationsraum, eine dunkles halb renoviertes ehemaliges Offizierskasino. Zu sehen: Eine Einkaufsstrasse in Dubai, ein Busbahnhof in Addis Abeba, Times Square in New York, Aussichtspunkte an der Copacabana und in Schanghai, Strassenecke in Buenos Aires, U-Bahnausgang in Moskau, La Defense in Paris. Stumm, touristischer Blick, Auschluss jeden Kunstwollens. Man sieht eigentlich nichts und in diesem Nichts alles. Hochpolitisch. Der Berliner Film ist ein schockierender Ausblick auf den Zustand unserer Gesellschaft im Jahre 2030 (courtesy of demography). Wer die schlecht gelaunten Rentner am späten Vormittag eines Septembertages auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Alexanderplatz gesehen hat, tritt auf der Stelle ein für eine Verdreifachung des Kindergeldes und die sofortige und bedingungslose Öffnung sämtlicher Aussengrenzen. Die schöne, ebenso beiläufige Fotoreihe im Raum nebenan erzählt zum Glück auch eine andere Geschichte.






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