new filmkritik


Mittwoch, August 04, 2004
Die 53. Minute: California Split (Robert Altman, 1974)


Bill hat Spielschulden und also spielt er noch mehr. Sein Freund Charlie ist nicht aufzufinden, es geht jetzt auch nicht um den Spaß am Zocken, sondern das Geld muss her. Alleine schließt sich Bill einer Pokerrunde an - und verliert.
Während wir die beiden vorher während des Spiels gesehen haben, solange sie gewonnen haben nämlich, springt der Film an dieser Stelle von dem Moment, an dem Bill am Pokertisch Platz nimmt, sofort zum nächsten Morgen: Übernächtigt tritt er auf die Straße, die tröstenden Worte seines Gastgebers, dass er beim nächsten Mal dann der Gewinner sein wird, nimmt er kaum noch wahr. Lässt sich Gewinnen im Film einfach besser zeigen als Verlieren? Oder ist Gewinnen immer der Prozess selbst, während die Bedeutung des Verlierens erst anhand der Folgen deutlich wird? Am Ende des Films dann verschwimmen die Kategorien von Sieg oder Niederlage: Wieder vereint, gewinnen Bill und Charlie eine ungeheure Summe, aber sie gehen fortan getrennte Wege.

Was wurde eigentlich aus Elliott Gould? Was wurde eigentlich aus George Segal? Wie konnte es kommen, dass zwei Schauspieler, die Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre in einigen der interessantesten amerikanischen Filmen jener Zeit zu sehen waren, so völlig in zweitklassigen Video- und TV-Produktionen verloren gingen? Und: war Elliott Gould nun eine bewusste Antwort auf den jungen Belmondo, oder war das einfach eine dieser Ähnlichkeiten, wie sie immer wieder einmal, Kontinente und Kulturen übergreifend, vorkommen? Immerhin hat ja auch Belmondo nach einem so glänzenden Karriereauftakt bei Godard den Großteil seines Schauspielerlebens dann mit leichtgewichtigen bis dumpfen Rollen verbracht. Und was in diesem Zusammenhang auf jeden Fall auch noch zu fragen ist: Was wurde eigentlich aus Alan Arkin?