new filmkritik


Freitag, August 27, 2004
Cammell - Wild Side (100 Worte)

In dem Film gibt es zwei Ökonomien: die neue, unsichtbare besteht darin, Zahlen in Telefonhörer zu sprechen, eine Visitenkarte über den Schreibtisch zu reichen, eine Diskette von Hand zu Hand gehen zu lassen. Diese Ökonomie bleibt, auch wenn alles auf sie hinorientiert ist, seltsam blass: Kommunikation. Die alte, eine Reminiszenz an B-Movies und Noir, ist die der Banknoten und Geldbündel. Es ist wichtig, die Scheine anzufassen, denn offenbar lassen sich Körper mit ihnen kaufen, vergewaltigen, tauschen. Der Film zeigt zwei Möglichkeiten, diesen Ökonomien zu entgehen: Lesbisch zu werden oder nach Mexiko auszuwandern. Wer auf Nummer sicher gehen will, tut beides.