new filmkritik


Sonntag, August 14, 2005
Rund ums Fernsehen, Hochbrück, Black Beauty

Wohnblock in Hochbrück bei München. In den Sandkästen zwischen den Hochhäusern zertrampeln Fiese die Sandburgen und klauen Matchboxautos. Holger und Pamela nehmen meine Schwester und mich mit in die Wohnung. Es riecht würziger, als ich es kenne, nach Bratwurst und Parfüm. Der Teppich hat lange Haare und ist lieb zu uns. Holger trägt eine dicke Hornbrille. Weil er nicht gut sieht, sitzen wir nah an der Mattscheibe. Die Füße der Mutter in Nylonstrümpfen versinken im lila Flokati. Barfuß gehen ist bei uns zuhause nicht wohl gelitten. Meine Schwester ist gebannt von Black Beauty. Die Mutter von Holger und Pamela hat dieselbe Frisur wie die Reiterin des Heldenpferdes, ein Pony. Meine Mutter toupiert ihre Haare. Black Beauty langweilt mich, und ich gehe, will raus, zum Pappel-Kanal, renne über die Straße. Ein kastenförmiger, orangener BMW muß bremsen. Stumm steigt ein Mann aus, packt mich heftig am Arm, zerrt mich auf den Gehsteig, frägt, wo ich wohne und schleppt mich dorthin. Er sagt meiner Mutter in die Sprechanlage, daß er mich beinahe erwischt hätte und schiebt mich nach dem Türöffnersurren ins Treppenhaus. Meine Schwester kommt nach Black Beauty heim. Um Ecken hören wir, daß die Tochter des BMW-Fahrers, der auch in einem der Blocks wohnt, im Jahr zuvor überfahren wurde.